Es wissenschaftelt sehr in Bremen. Als Höhepunkt des Jahres der Geowissenschaften eröffnete gestern Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) den Bremer Wissenschaftssommer - in Vertretung für ihren Chef. Eigentlich war Gerhard Schröder für die große Multimediashow auf dem Domshof gebucht. Aber der Kanzler, eine Woche später ohnehin am selben Ort, muss sich derzeit mit den harten Realitäten befassen, die Geowissenschaftler untersuchen. Die Jahrhundertflut an der Elbe fordert den ganzen Einsatz des obersten Wahlkämpfers.
In Bremen dagegen war schon lange klar, dass sich alles ums Wasser drehen würde. Schon die vorherigen Großveranstaltungen im Jahr der Geowissenschaften in Berlin, Leipzig und Köln hatten jeweils eines der vier Elemente zum Thema. In Bremen ist nun das Wasser dran. Aus aktuellem Anlass haben die VeranstalterInnen für den Samstag (16.30 Uhr) eine zusätzliche Diskussionsveranstaltung zum Thema Hochwasser eingebaut. In der unteren Rathaushalle diskutieren Geowissenschaftler über Ursachen und Folgen der Jahrhundertflut. Dabei wird es auch darum gehen, inwieweit die Region zwischen Weser und Wümme von einem vergleichbaren Hochwasser betroffen sein könnte.
"Bremen hat im Bereich der Geowissenschaften Maßstäbe gesetzt", erklärte Joachim Treusch von der Initiative Wissenschaft im Dialog, die das Jahr der Wissenschaften ausrichtet. Doch der Nachwuchs bleibt aus. "In der Schule sind Geowissenschaften kaum ein Thema", klagt Albert Gerdes vom Bremer Zentrum für Maritime Umweltwissenschaften (MARUM). Dabei habe das Hochwasser der Elbe die Bedeutung von Geowissenschaften auf dramatische Art und Weise ins Gedächtnis gerufen.
Aber Geowissenschaft ist mehr als Hochwasser, Erdbeben und Vulkanausbrüche. So seien es GeowissenschaftlerInnen, denen man Trinkwasser oder die Erschließung von Rohstoffen zu verdanken habe, erklärte der Leiter des Bremer Forschungsinstituts für Ozeanränder Gerold Wefer. "Wir müssen den Menschen unsere Wissenschaft verständlich machen. Geowissenschaften sind notwendig, damit wir die Erdabläufe verstehen und darauf reagieren können".
Anschauliche Forschung sollen Austellungen und Vorträge bieten. Sogar Hollywoodfilme, begleitet von Professoren, stehen auf dem Programm.
Ganz besonders haben die VeranstalterInnen dabei Kinder und Jugendliche im Visier. Für die ganz Kleinen ab vier Jahren haben sie im Gästehaus der Uni Bremen (Teerhof) zwei Ausstellungen aufgebaut: Wieviel Leben sich in einem Wassertropfen tummelt ist in der "Wunderwelt im Wassertropfen" durch Mikroskope zu bestaunen. In der Ausstellung "Wat is'n Wattwurm" liegen Meerestiere unter der Lupe. Schulklassen können die Austellungen mit einer Fahrt auf dem Weserkahn "Lüder-von-Bentheim" kombinieren. Dabei nehmen die SchülerInnen selbst Wasserproben und analysieren sie später. Für OberstufenschülerInnen bietet die Austellung "Expedition Erde" einen Überblick über die Geowissenschaften. Am Sonntag findet eine Sitzung des Schülerparlaments zum Thema Klimaänderungen in der Bremischen Bürgerschaft statt.
Infos zum kompletten Programm gibt's unter www.wissenschaftssommer-2002.de
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