Mit Zweifeln reagiert der grüne Verkehrsexperte Michael Cramer auf die Ankündigung, dass der Flughafen Tempelhof 2005 geschlossen werden soll. "Ich glaub's erst, wenn er dicht ist", sagte Cramer der taz. Der Tagesspiegel hatte zuvor mit Verweis auf die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Schließung angekündigt. Demnach sind Pläne vom Tisch, an Tempelhof festzuhalten, bis der geplanten Großflughafen Schönfeld voraussichtlich 2009/2010 öffnet.
Cramer begrüßte zwar die Entscheidung als "Schritt in die richtige Richtung", hält sie aber für verspätet. "Zehn Jahre früher, und man hätte 100 Millionen Euro gespart", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus. Vor einem Jahr stellte Tempelhof einen zentralen Konfliktpunkt in den Ampel-Koalitions-Verhandlungen dar. Dabei hatte die FDP gefordert, den Flughafen bis mindestens 2007 offen zu halten.
Cramer kritisierte, dass die Entscheidung nicht politisch begründet sei. Stattdessen laufe man den Luftfahrtgesellschaften hinterher, die nun anders früher der Meinung seien, ohne Tempelhof auszukommen.
Die spätere Nutzung des Flughafens mit dem knapp einen Kilometer langen Bogen seines Abfertigungs- und Verwaltungsgebäudes ist noch offen. Eine "alte Spekulation" nannte es jüngst das ZDF, dass künftig die "Wetten, dass …?"-Show des Fernsehsenders regelmäßig aus Tempelhof kommen könnte. Eine Bebauung des Geländes, ebenfalls diskutiert, lehnt Grünen-Experte Cramer ab: Zu wichtig sei die Freifläche für das innerstädtische Klima. STEFAN ALBERTI
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