Als Reaktion auf den Hungerstreik von rund 60 Abschiebehäftlingen will der Berliner Senat die Bedingungen im Abschiebegewahrsam Köpenick verbessern. Der tägliche Hofgang werde von 60 auf 90 Minuten verlängert, sagte gestern Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Heute trifft Körting sich mit der "Initiative gegen Abschiebehaft" und Anstaltsseelsorgern. Dabei geht es auch um die geforderten Beschäftigungsmöglichkeiten. Während die meisten der Hungerstreikenden die Aktion gestern beendeten, wollen 18 Häftlinge ihren Hungerstreik so lange fortsetzen, bis die Ausländerbehörde ihre Fälle bearbeitet hat. "Die Praxis der Ausländerbehörde ist nach wie vor Ursache des Problems", so Volker Ratzmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, gestern nach einem Besuch in Grünau. Zudem seien die hygienischen Zustände "katastrophal". Laut Polizeiangaben hatte sich ein 42-jähriger Häftling am Mittwochabend aus Protest eine acht Zentimeter lange Schnittwunde am Bauch zugefügt. HKL
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