Nach Schätzungen von Human Rights Watch arbeiten in Indien bis zu 115 Millionen Kinder, das sind 60 Prozent der unter 14-Jährigen. Schuldknechtschaft ist keine Seltenheit, vor allem in der Zigaretten- und Feuerwerksindustrie, aber auch in Diamantsteinbrüchen und der Landwirtschaft. Etwa 15 Millionen Minderjährige arbeiten als Quasieigentum von Gläubigern die Schulden ihrer Eltern ab - obwohl in der indischen Verfassung steht, dass alle Kinder zwischen sechs und 14 Jahren obligatorisch und kostenfrei zur Schule gehen sollen.
1996 erließ der Oberste Gerichtshof in Neu-Delhi Richtlinien, um die Beschäftigung von Kindern zumindest in gesundheitsgefährdenden Produktionszweigen zu unterbinden. Im Jahr darauf erging der Auftrag an die Nationale Menschenrechtskommission, die Umsetzung der Gesetze zu überwachen. Kontrollgremien wurden eingesetzt, die Bundesstaaten erstellten teure Studien, die zu Zahlen gelangten, die selbst dem Obersten Gericht verdächtig euphemistisch erschienen. Es fanden ein paar Razzien in Fabriken statt. Einige Unternehmer wurden angeklagt, ins Gefängnis wanderte kaum einer von ihnen. KEL
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