Seit der Revolution 1989 heißt es, Rumänien brauche einen neuen Dracula. Die Frage ist, wo er steckt. Vielleicht sitzt er auf einem Berg, weint dort und wartet, bis die Sonne auf ihn scheint, wie Die Ärzte vermuten. Möglicherweise hat er auch eine Weile in Brandenburg gehaust, bis er vor Neonazis nach England geflüchtet ist, weil diese mehrmals sein Schloss in Brand stecken wollten. So berichtete das Vampyrjournal vor drei Jahren über einen Dracula-Namensträger. Wie auch immer man spekulieren mag - der grausame Fürst ist nicht mehr das, was er mal war. Denn seine Präsenz schwankt zwischen Auf- und Abtauchen. Von einigen wird er wegen mythenhaft verklärter Darstellung aus den Schulbüchern verwünscht, von anderen wird er durch den geplanten Dracula-Freizeitpark in Bukarest wieder gegenwärtig gemacht. Und auch Siegmar Zacharias geht den Spuren des Untoten nach. Mit fünf Schauspielern macht sich die Regisseurin auf die Suche nach Geschichten aus Rumänien. Daraus ergeben sich Projektionen von Interviews und Dokumentaraufnahmen, vermischt mit Erzählungen von toten Tieren, Werwölfen und Falken. Eine Produktion der Sophiensaele und des Theaters Gasthuis Amsterdam. KAT
"Dracula 89/03" in den Sophiensaelen, Eintritt: 13/8 Euro, Premiere Donnerstag, 20 Uhr
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