LONDON afp
Ein britisches Gericht hat Impfungen als möglichen Auslöser für das seit 1991 bekannte "Golfkriegssyndrom" anerkannt. Das Berufungsgericht für Kriegsrenten gab damit gestern einem früheren britischen Soldaten Recht, der für einen Einsatz im Irak geimpft worden war, jedoch nie dort eingesetzt wurde. "Ich hoffe, dass das Urteil einen Schock auslösen wird und dass das Verteidigungsministerium jetzt die Wahrheit sagen wird", so der 33-jährige Exsoldat Alex Izett. Er litt nach der Impfung unter psychischen Problemen, Knochenerweichung und Muskelschwund. Das britische Verteidigungsministerium werde nicht gegen die Entscheidung in Berufung gehen, sagte Staatssekretär Lewis Moore. Es gebe allerdings keinen medizinischen Beweis dafür, dass Impfungen tatsächlich das Golfkriegssyndrom auslösen könnten. Nach dem Golfkrieg 1991 hatten rund 100.000 US-Soldaten sowie tausende britische, kanadische und französische Soldaten über Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Kurzatmigkeit, chronische Müdigkeit, psychische Probleme und andere Beschwerden geklagt. Unter den zahlreichen Hypothesen gelten giftige Gase oder die Verwendung von uranhaltiger Munition als mögliche Auslöser.
Das Archiv der taz enthält die meisten seit 1986 gedruckten Texte sowie die Artikel der deutschsprachigen Le Monde diplomatique seit 1995.

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.
Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.
Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.