von HANNING VOIGTS
Peter Watrin ist Schanzen-Bewohner mit Leib und Seele. Der Künstler hat seine Wohnung am Schulterblatt zum Museum ernannt. Auf seiner Homepage wirbt er für das Museum und preist es auch als Veranstaltungsort für private Feiern an. Nebenbei setzt er sich seit Jahren für die Umgestaltung der Schanze ein und ist im kulturellen Leben des Viertels eine echte Persönlichkeit.
"Im Mai habe ich ein Fest der Museen für die Schanze organisiert", erzählt der Künstler, "und bei der Planung ist mir die Sache mit dem Klo aufgefallen." Eine Künstlerin, die Watrin bei dem Fest unterstützte, ist Rollstuhlfahrerin und musste jedesmal vom Schulterblatt bis zum Café "Palé" in die Sternstraße rollen, um auf ein behindertengerechtes Klo gehen zu können. "Wenn man mal Durchfall hat, dann muss man aber sehr schnell rollen", sagt Watrin.
Deswegen hat er für das Fest auf eigene Kosten ein mobiles Behinderten-WC vor der Roten Flora aufstellen lassen, das jetzt allen Behinderten der Schanze zur Verfügung steht.
Dieses WC soll auch erst einmal am Schulterblatt stehen bleiben, wenn es für Watrin auch nicht mehr als eine Notlösung ist. Inzwischen zahlt die Bar "Tapas" die monatliche Miete von etwa 200 Euro, nach neuen Spendern ist Watrin noch auf der Suche.
Sein eigentliches Anliegen ist aber, ein richtiges, festes WC auf den Platz zu bekommen. "Seit Wochen telefoniere ich mit allen Behörden, aber die haben alle kein Geld", klagt er. 200.000 Euro würde ein richtiges Behinderten-Klo kosten. "Bei einem geringeren Preis hätte ich versucht, das Geld durch Spenden zusammenzukriegen, aber diese Summe übersteigt meine Kräfte", räumt Watrin ein.
Der Künstler hat sich umgehört und herausgefunden, dass es zwei Firmen gibt, die sofort ein Klo vor die Rote Flora und an andere Stellen Hamburgs stellen würden, wenn die Stadt ihnen einen Vertrag für Außenwerbung zusicherte. Da aber der Vertrag mit der Firma "Deko" noch bis 2007 gültig ist, ist die Stadt dazu momentan nicht bereit.
"200.000 Euro sind zu viel für mich", sagt Watrin, der glücklich darüber ist, dass er die Miete für seine Museumswohnung zahlen kann. Aber er will sich weiter dafür einsetzen, dass sein Viertel eine eigene behindertengerechte Toilette bekommt.
Mehr Infos unter: www.stephanslust.de
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