"Ausartende jugendliche Begeisterung. Hin- und herzuckende kleine Brandherde. Beschämende Krawalle." Im Jahr 1965 ließ das Konzert der Rolling Stones in Hamburg die Zeitungen entrüstet aufschreien.
Am 24. Juli tritt das damals noch "irritierende Zeitphänomen" wieder mal in der Hansestadt auf. Heute irritiert das natürlich niemanden mehr: So zeichnet denn auch die Allianz-Versicherung verantwortlich für eine Ausstellung im Ottenser Stadtcafé über 40 Jahre Stones-Geschichte. Vom 11. Juli bis zum 8. August geben drei Sammler Einblicke in die Band-Historie. Ulli Schröders "ausartende jugendliche Begeisterung" vom Stones-Konzert 1965 hat bis heute nicht nachgelassen. Der Sammler besitzt die weltweit größte Anzahl von Zeichnungen, Radierungen und Lithographien des Stones-Gitaristen Ron Wood. Rund 100 dieser Bilder sind nun in Hamburg zu sehen.
Eine mit Sprüchen beschmierte Klozelle, die Stones-Fan Gerd Coordes nach Vorlage des Plattencovers "Beggars Banquet" baute, sowie hauchdünne, rote Dessous der Stones-Kollektion "Agent Provocateur" sollen zudem die vermeintlich verruchte Seite der Rock-Senioren betonen.
Allianz-Filialdirektor Rudi Fischer hofft, mit der Ausstellung mehrere Generationen von Fans anzusprechen. Gleichzeitig unterstützt die Ausstellung an Neurofibromatose erkrankte Jugendliche - die wenig bekannte Tumor-Krankheit gilt als unheilbar. Der Teilerlös aus den Eintrittskarten kommt den Jugendlichen zugute. ULL/ MA
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