Gestern durchsuchten mehrere Beamte der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft die Redaktionsräume des Rundfunksenders "Freies Sender Kombinat" (FSK) am Schulterblatt. Laut Staatsanwaltschaft geht es um ein Verfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes.
Hintergrund ist ein Telefonat, das ein Mitarbeiter des Senders unter angeblich falschem Namen mit der Polizeipressestelle am 20. Oktober geführt hatte. In dem Gespräch wurde der Polizei der Vorwurf gemacht, gegenüber zwei nicht auffälligen Bambule-Demonstranten Gewalt ausgeübt zu haben. Das Telefonat wurde ohne Wissen des Polizeisprechers aufgezeichnet und einen Tag später gesendet.
Bei der amtsgerichtlich angeordneten Durchsuchungsaktion sollte der Sendemitschnitt sichergestellt und der Anrufer identifiziert werden. FSK-Mitarbeiter empfanden die Aktion als völlig unverhältnismäßig. In der Vergangenheit seien schriftliche Aufforderungen seitens der Hamburger Anstalt für Neue Medien (HAM) bezüglich der Herausgabe von Sendematerial an das FSK gestellt worden.
Zum Ende der Aktion um 17 Uhr kamen spontan rund 60 Menschen zusammen und riefen: "BRD Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt!" SK
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