Die Harald Schmidt Show: Es gibt keinen anderen Ort im deutschen Fernsehen, an dem so treffsicher all das thematisiert wird, worüber man in Deutschland wirklich redet. Es gibt auch keinen anderen Fernsehort, an dem auf einem vergleichbar akzeptablen Niveau politische, gesellschaftliche und populärkulturelle Themen angerissen, aufgearbeitet, manchmal sogar vorangebracht werden.
Die Schmidt Show gehört mittlerweile für eine nicht geringe Bevölkerungsgruppe zur essenziellen Quelle im Bereich intelligente Information und intelligente Unterhaltung. Es dürfte zumindest in dieser Gruppe einen Grundkonsens geben, dass Schmidt zur Grundversorgung gehört und bleiben muss.
In der Fernsehlandschaft gibt es aber derzeit nun mal nur eine große Sendeanstalt, die zumindest teilweise zukunftsfähige, intelligente Programmformen unterstützt und fördert.
Das ist die ARD. Nun hat sie die Gelegenheit jenseits des üblichen Populismus, etwa bei den Fußballrechten, den eigenen Anspruch nach Gewährleistung von Vielfalt und Qualität ernst zu nehmen. Und zudem einen mehr als berechtigten Anspruch des Gebührenzahlers.
Die ARD muss nicht. Vielleicht sagt sie, sie kann nicht. Aber wenn sie könnte, wenn sie den Deutschen die Harald Schmidt Show rettete: Das wäre was. Und die derzeitige Spätschiene der ARD? Das ist ja das Schöne: Man wäre auch noch Beckmann los. Mehr Gutes tun geht nicht.
PETER UNFRIED
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