KÖLN ap/dpa
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat mehr Schutz für die Opfer von Menschenhandel in Südosteuropa gefordert. Hauptsächlich Mädchen und Frauen würden als Prostituierte verkauft, Kinder zum Betteln oder zur Arbeit gezwungen. Knapp jedes sechste Opfer sei noch minderjährig, erklärte Unicef gestern. Gesicherte Zahlen gebe es nicht. Nach Schätzungen der IOM würden jährlich rund 120.000 Frauen und Kinder aus Ost- und Südosteuropa in die EU-Staaten "verkauft".
Unicef-Schirmherrin Christina Rau warb um mehr Unterstützung für die Unicef-Aktion "Kinder sind unverkäuflich!". Mit der Kampagne fordert das Hilfswerk die Bundesregierung auf, den Kampf gegen die Geschäfte mit Kindern auf nationaler und internationaler Ebene zu forcieren. Fast 180.000 Menschen haben bereits unterschrieben. "Kriminelle Menschenhändler nutzen das Armutsgefälle in Europa, um Mädchen und Frauen gnadenlos auszubeuten", sagte die Frau des Bundespräsidenten. "Reiche Länder wie Deutschland müssen dabei Vorreiter sein, um die Opfer zu schützen und die Täter zu verfolgen", so Christina Rau.
Ein neuer Bericht von Unicef, OSZE und dem UN-Kommissariat für Menschenrechte zeige, dass die Menschenhändler zunehmend professioneller und verdeckter vorgingen. Was bis vor zwei Jahren noch mehr oder minder öffentlich abgelaufen sei, werde immer mehr ins Verborgene abgedrängt, sagte Unicef-Sprecher Rudi Tarneden. Nachteil sei, dass damit auch Frauen und Kinder von Hilfe zusehends abgeschnitten seien.
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