• 20.02.2004

Embryonenforschung in der EU

Täuschungsmanöver?

Die EU-Kommission will jetzt Fakten schaffen. Lange wurde darum gerungen, ob die EU Fördermittel für die umstrittene embryonale Stammzellforschung ausgeben darf. Obwohl in einigen EU-Mitgliedsstaaten keine Embryonen für die Stammzellgewinnung getötet werden dürfen - so auch in Deutschland -, hatte die EU-Kommission sich für eine Förderung ausgesprochen. Ein bis Ende des letzten Jahres geltendes Moratorium war ausgelaufen, ohne dass sich die Forschungsminister einigen konnten, wie es weitergehen soll. Diese Lücke nutzt nun die Kommission, um in die Förderung einzusteigen. Gibt es im Fachministerrat nämlich keine Einigung, kann die Kommission ihren Vorschlag umsetzen. Das sagt das EU-Recht.

Am Mittwoch dieser Woche nun hat die EU-Kommission verkündet, sie werde zwar Forschungsprojekte fördern, die mit embryonalen Stammzellen arbeiten. Für die Gewinnung der Stammzellen werde kein Geld zur Verfügung gestellt, heißt es in der "Informationsnote". Nur die Forschung an bereits bestehenden Zelllinien sei förderwürdig. Nur eine Täuschung? Denn eine Stichtagsregelung existiert nicht. Praktisch heißt das: Morgen stelle ich mir meine Stammzellen her und übermorgen stelle ich den Förderantrag. WLF

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!

die tageszeitung - das Archiv

Nachdruckrechte

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.

Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.

Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.

Suchbegriff