BIELEFELD dpa
In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele kinderlose Menschen wie in Deutschland. "Jede dritte Frau in der Bundesrepublik bleibt kinderlos, bei Akademikerinnen sind es sogar 40 Prozent", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Demografie, Prof. Herwig Birg, gestern in Bielefeld . "Die Gesellschaft polarisiert sich immer mehr. Die Paare, die sich für Nachwuchs entscheiden, bekommen meistens zwei Kinder." Bis 2050 werde sich das Geburtendefizit mindestens verachtfachen. Dabei seien der Zuzug von Ausländern sowie deren Geburtenüberschüsse bereits eingerechnet. "Wir stehen erst am Anfang des lawinenartig anschwellenden Problems", sagte Birg. "Wir hatten in den vergangenen zehn Jahren viele Kinder durch die Elterngeneration des Babybooms der Nachkriegszeit. Diese Menschen gehen nun auf die 50 zu." Die Zahl der als Eltern und Arbeitnehmer wichtigen 20- bis 40-Jährigen sinke durch den "Pillenknick" nach 1970 allein im laufenden Jahrzehnt um mehr als vier Millionen, sagte der Demograf.
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