• 19.03.2004

Stopp dem Beifang-Tod

Umweltschützer gegen Schweinswale gefährdende Fangmethoden vor Sylt

Kiel/Westerland dpa Drei Umweltschutzverbände haben das Ende der Stellnetzfischerei im Schweinswal-Schutzgebiet vor Sylt gefordert. Ein Schutzgebiet, in dem Schweinswale als Beifang getötet werden dürften, sei "eine Farce und Blamage von internationaler Tragweite", erklärten der Naturschutzbund Schleswig-Holstein, die Gesellschaft zur Rettung der Delphine und die Deutsche Umwelthilfe.

Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums läuft zurzeit ein Anhörungsverfahren mit Fischereiverbänden und Umweltorganisationen zur Küstenfischereiordnung. Darin soll das Schweinswal-Schutzgebiet "rechtlich festgelegt werden". Die Umweltschützer zitierten das Ergebnis einer dänischen Untersuchung zum Seezungenfang mit tief liegenden Netzen, wonach kein Kleinwal-Beifang beobachtet wurde. Andererseits seien in den höheren Schollennetzen 21 tote Wale gezählt worden.

Nach Auffassung der Umweltverbände müsse es verboten werden, dass ausgerechnet im einzigen europäischen Schutzgebiet speziell für Schweinswale mit Grundstellnetzen gefischt werden dürfe. Diese Methode sei in der Nordsee für den Tod von jährlich bis zu 8.000 Schweinswalen als Beifang verantwortlich. Die Anpassung der Küstenfischereiordnung böte die Chance, die tödlichen Fanggeräte wenigstens aus dem Walschutzgebiet zu verbannen.

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