Der Pariser Le Monde kommentiert die Wahlen in Taiwan: Die faktisch von Peking unterstützte Kuomintang und (ihr Kandidat) Lien Chan sind schlechte Verlierer. Sie stellen die Legitimität des wiedergewählten Präsidenten in Frage und gehen dabei das Risiko einer Krise ein, die die ganze noch junge Demokratie in Frage stellt. Stattdessen sollten sie lieber eine Tatsache zur Kenntnis nehmen: Wenn der Wahlausgang auch knapp ist, so hat Chen Shui-bian doch mehr als zehn Prozent im Vergleich zu seiner ersten Wahl zum Präsidenten im Jahre 2000 zugelegt. Die Strömung wird stärker, die den "Unterschied" Taiwans betont: die Demokratie - und nicht die Pekinger Linie.
La Liberté de l'Est aus Epinal in den Vogesen schreibt zu den französischen Regionalwahlen vom vergangenen Sonntag: Rien ne va plus für Jacques Chirac. Die Mauern, die er seit zwei Jahren errichtet hat, schwanken. Ihre Stützen sind beschädigt und drohen zusammenzustürzen - und das gesamte Bauwerk mitzureißen. Wird die Einsamkeit, in der sich der Staatschef nun befindet, Chirac zu drastischen Entscheidungen veranlassen? Die schmerzlichste wäre für ihn die Trennung von diesem gemütlich wirkenden Premierminister, dessen gelassener Regierungsstil ihm wie eine Versicherung gegen alle Risiken erschien. Damit ist nun Schluss.
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