BERLIN taz
Die Umweltexperten im Bundesrat haben sich gestern mit einem neuen Autokennzeichen befasst: Auf Initiative von Schleswig-Holstein soll künftig der Ausstoß von Kohlendioxid als Maß für den Kraftstoffverbrauch angegeben werden - und zwar in Effizienzklassen wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen. Eine solche Kennzeichnung ist längst durch die EU vorgeschrieben. Deutschland hat die Richtlinie ignoriert, wurde aber deswegen vom Europäischen Gerichtshof verurteilt.
Auch das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet an einer Kennzeichnungsverordnung. Verbraucherschützer bezeichnen diese aber als "verbraucherfeindlich". Holger Krawinkel, Umweltexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen: "Das Bundeswirtschaftsministerium will künftig den Kohlendioxidausstoß in Gramm angeben. Damit kann niemand etwas anfangen." Schleswig-Holstein schlage dagegen vor, sieben verschiedene Kategorien einzufügen - von A (100 Gramm je Kilometer) bis G in 20er-Schritten. "So wird einfach erkennbar, wie ein Pkw im Vergleich zu einem anderen abschneidet", sagte ein ADAC-Sprecher. Nach Angaben des Kieler Umweltministeriums wurde der Vorschlag angenommen. Jetzt muss in zwei Wochen das Plenum des Bundesrat darüber entscheiden. RENI
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