BAGDAD/WASHINGTON rtr/dpa US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist gestern angesichts wachsender Kritik wegen der Misshandlungsvorwürfe gegen US-Soldaten zu einem Überraschungsbesuch in Bagdad eingetroffen. Auf dem 15-stündigen Flug in die irakische Hauptstadt bekräftigte Rumsfeld, dass sein Ministerium in der Folteraffäre nichts vertuscht habe. Er fliege auch nicht in den Irak, um Schadensbegrenzung zu betreiben. "Wir sorgen uns vielmehr um die richtige Behandlung der Gefangenen und wollen, dass sich die Soldaten richtig verhalten." Begleitet wurde er vom US-Generalstabschef Richard Myers. Rumsfeld besuchte das Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad, wo US-Soldaten irakische Gefangene misshandelt hatten.
Amerikanische Geheimdienstagenten sind nach einem Bericht der New York Times zunehmend besorgt über brutale Verhörmethoden ihrer eigenen Kollegen. So sei der vor gut einem Jahr festgenommene Bin-Laden-Vertraute Chalid Scheich Mohammed festgebunden und unter Wasser gedrückt worden, um ihn in Todesangst zu versetzen und damit zum Reden zu bringen, berichtete die Zeitung gestern. Anderen würden Medikamente oder Nahrung vorenthalten. Eine Methode sei es, die Gefangenen in dem Glauben zu lassen, dass sie in Länder deportiert werden, in denen ihnen schwere Folter oder Hinrichtung droht. Die Methoden seien vom Justizministerium und dem Geheimdienst CIA für Verhöre ranghoher Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida genehmigt worden. Regierungsbeamte sähen darin keine Verletzung des Folterverbots. wg
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