bremen taz
Die bremischen Kinderhorte können ihre Putzfrauen, die in vielen Fällen auch Bezugspersonen für die Kinder sind, behalten. Allerdings müssen die insgesamt 200 Reinigungskräfte pro Stunde je 30 Quadratmeter mehr moppen und wischen. Die Reinigungsfläche pro Nase wurde von 110 auf 140 Quadratmeter erhöht. So steht's im gestern unterschriebenen Tarifvertrag.
Damit ist die erste Etappe in einem jahrelangen Tauziehen beendet. Das ging um die von der Unternehmensberatung McKinsey 1997 aus Spargründen dringend angeratene Privatisierung der Innenreinigung. Tatsächlich schätzt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Böhrnsen, dass mit Hilfe des neuen Tarifvertrags rund 600.000 Euro im Jahr gespart werden könnten. Böhrnsen lobt: "Hier haben sich die Beschäftigten deutlich bewegt." Mittels der vorzeitigen Tarifveränderungen könne das "in jeder Hinsicht sinnvolle integrative Modell erhalten bleiben", für das auch Kitapersonal sich lange eingesetzt hat: Dort gelten die Reinigungskräfte auch als Helferinnen in der Not - und als Bezugspersonen für die Kleinen.
Böhrnsen appellierte dafür, eine ähnliche Lösung auch für die übrigen 500 Reinigungskräfte im öffentlichen Dienst zu erwirken. Die SPD-Fraktion erwarte dazu nach der Sommerpause ein Konzept des Finanzsenators. "Ich halte es schon aus beschäftigungspolitischen Gründen für wichtig, die Frauenarbeitsplätze im Reinigungsbereich unter sozial vertretbaren und wettbewerbsfähigen Bedingungen abzusichern", so Böhrnsen. ede
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