Zur Gedenkfeier von Rechtsextremen für Rudolf Hess in Wunsiedel schreibt Mlada fronta Dnes aus Prag: Der "braune Abfall", wie örtliche Bürger die Rechtsextremen nannten, ist Deutschen ganz entschieden nicht gleichgültig. Deutsche Behörden gehen etwa immer wieder mit Erfolg gegen Internet-Seiten mit neonazistischer Propaganda vor. Die Bürger von Wunsiedel wählten die direkte Konfrontation, und sie haben die Herausforderung couragiert bestanden. Jetzt sollte die Reihe am deutschen Staat sein, das Versammlungsrecht zu prüfen. Und er sollte nachdenken, wie er jenen 4.000 Teilnehmern eine Perspektive geben kann. Damit sie in einem Jahr das Wochenende sinnvoller verbringen als mit einem Gedenkmarsch für einen Mörder.
Die Salzburger Nachrichten kommentiert die Dopingfälle von Athen: Olympia-Gastgeber Griechenland versinkt im Dopingsumpf. Sogar Staatspräsident Kostas Karamanlis hat sich zu Wort gemeldet, als die Sprint-Stars Konstantinos Kenteris und Ekaterini Thanou wegen Dopingverdachts auf die Spiele verzichteten, und von einer "nationalen Schande" gesprochen. Insider meinen, dass Kenteris und Thanou nach dem Gebrauch leistungsfördernder Substanzen noch drei bis sechs Tage gebraucht hätten, um jedem Dopingtest standzuhalten. Dann wären sie offiziell "sauber" gewesen, hätten womöglich Gold gewonnen und wären in den Olymp gehoben worden. Diese Geschichte verdeutlicht die Perversion und Heuchelei, in die sich der Hochleistungssport verstrickt hat.
Zum Referendum in Venezuela schreibt die Neue Zürcher Zeitung: Das Referendum, mit dem die venezolanische Opposition Präsident Hugo Chávez aus dem Palast von Miraflores drängen wollte, ist zu einem mächtigen Bumerang geworden. Die Opposition ist als miserable Verliererin desavouiert, während der Präsident scheinbar als wahrer Demokrat und Wohltäter gestärkt aus dem Kampf hervorgeht und den "bolivarischen" Umbau des Staates nach seinem linkspopulistischen Gusto vorantreiben kann.
Die Zeitung La Dépêche du Midi aus Toulouse meint zum US-Wahlkampf: Im US-Präsidentschaftswahlkampf hält nun die üble Nachrede Einzug. Sie richtet sich gegen John Kerry, den großen Favoriten im Rennen gegen George Bush. Er, der Vietnam-Held, wird von einer Veteranengruppe aus dem Umfeld der Familie Bush beschuldigt, das Ausmaß seiner Heldentaten im Mekong-Delta übertrieben zu haben. Kerry kann sich nur einer Sache sicher sein: Man wird ihm kein Trinkgelage nachsagen. Auf diesem Feld ist Bush unschlagbar.
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