Mindestens zwei Drittel der Deutschen sterben im Krankenhaus. Wie viele von ihnen keines natürlichen Todes sterben, ist ungewiss.
Zwei soziologische Untersuchungen in Krankenhäusern in den 90er-Jahren haben einen ungefähren Maßstab geliefert. Im Jahr 1992 wurden 943 Mitarbeiter eines australischen Krankenhauses befragt, 1996 gaben 827 US-amerikanische Intensivschwestern anonym Auskunft. Das Ergebnis: In beiden Fällen gaben 20 Prozent zu, schon an verbotener aktiver Sterbehilfe beteiligt gewesen zu sein. Acht amerikanische Schwestern hatten mehr als 20 Tötungen begangen.
Fast niemand handelte eigenmächtig, fast immer waren Ärzte involviert. Der Psychologe und Gerichtsgutachter Herbert Maisch hat ergründet, warum das möglich ist: Der Tod des Opfers wird ohnehin erwartet, das Töten geschieht unauffällig per Überdosis oder medizinisch getestete Gifte, niemand traut es den TäterInnen zu, Aufklärung wird verhindert durch Furcht vor Öffentlichkeit, Gewöhnung und eine stillschweigende Vereinbarung, niemanden zu verraten. In Deutschland gibt es derartige Studien nicht, nur einige spektakuläre Fälle von "Todesengeln". Aber niemand weiß, warum es in Deutschland anders sein sollte. MAD
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