Kreativer Protest gegen die Privatisierung öffentlicher Räume: Unter dem Motto "Rag(c)e against the ugly Stadtumstrukturierung" ruft das Aktionsbündnis Stadtumstrukturierung heute um 15 Uhr zu einer fünfstündigen mobilen Informations- und Protestveranstaltung auf.
Hintergrund der Aktion ist, dass in Berlin zahlreiche der 15 politischen Hausprojekte vor dem Aus stehen. Zum Beispiel das in der Kreuzberger Yorckstraße 59: Letztes Jahr wechselte dort der Besitzer. Der neue Eigentümer überließ die Verwaltung des Hauses der Berliner Firma Bau-Partner GmbH. Der Mietvertrag ist mittlerweile abgelaufen, Bau-Partner fordert für eine Verlängerung von den Bewohnern 55 Prozent mehr Miete. Ein Kaufangebot von Seiten der Mieter wurde abgelehnt, offenbar aus ideologischen Gründen, denn einen ökonomischen Nutzen hat der Besitzer von seinem Haus nicht.
Auch die verbliebenen sechs Wagenburgen in Berlin haben um ihre Existenz zu kämpfen. Besonders die Bauwagen vom "Schwarzen Kanal" und von "Laster und Hänger" sind akut von der Räumung bedroht.
Zu den Unterstützern der heutigen Demonstration zählen daher verschiedene soziale und politische Hausprojekte und Wagenburgen. Am Treffpunkt vor dem alternativen Wohnprojekt Yorck 59 gibt es zunächst Kaffee und Kuchen sowie eine Führung durchs Haus. Anschließend, gegen 16 Uhr, soll es mit dem Fahrrad durch die Bezirke Kreuzberg und Mitte weitergehen. Einige Wagen aus den Wagenburgen wollen sich ebenfalls anschließen. Unterwegs werden bei fünf vorgesehenen Kundgebungen warme Getränke und Essen angeboten - ohne Mampf schließlich kein Kampf.
Die Route führt unter anderem an Wohnprojekten in der Brunnenstraße und der Köpenicker Straße vorbei. Für die Abschlusskundgebung am Schlesischen Tor zwischen 19.30 und 20 Uhr sind eine Varietévorführung von Bewohnern der Wagenburg "Schwarzen Kanal" und eine Feuershow mit musikalischer Untermalung durch eine Sambaband vorgesehen. Interessierte können anschließend gleich zu einer Ausstellung von vier Hausprojekten im "Superhorst" in der Falckensteinstraße weiterziehen. OLIVER MARQUART
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