Harald Schmidt (Foto: Reuters) hat sich Haare und Bart wieder abschneiden lassen. Was soll das?
Harald Schmidts Fernseh-Comeback am 23. Dezember letzten Jahres war wegweisend. Die Einführung des Begriffs "Unterschichtfernsehen" für die Privatsender war gesellschaftlicher Fortschritt und definierte die radikale Konsequenz, mit der Schmidt sich weiterentwickelt hat. Von Sat.1 zur ARD. Symbol dafür war der wilde Haarwuchs.
Umso irritierender ist nun die Kunde, Schmidt habe sich Bart und Haare abgeschnitten. Darf er das? Gehört sein Haar nicht einer höheren Sache, symbolisierte es nicht neben der Absage an das Private den endgültigen Bruch mit der Oberfläche, dem Konformistischen und der ironischen Affirmation? Ja, das tat es. Als Zottel hatte Schmidt die Wiederkehr des Politischen unter den stilbildenden Gruppen in Deutschland manifestiert, den festen Willen visualisiert, die 68er, Attac und uns Sesselpupser zu versöhnen und zu einer handlungsfähigen Front zu einen. Warum nun dieser Schnitt?
Eigentlich kann es nur eine Erklärung geben: Da steckt eine Frau dahinter. PETER UNFRIED
Das Archiv der taz enthält die meisten seit 1986 gedruckten Texte sowie die Artikel der deutschsprachigen Le Monde diplomatique seit 1995.

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.
Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.
Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.