Dem Mann gebührt Dank. Die unverhohlene Kritik von Einzelhandels-Chef Kalkmann an der Politik dieses Senats ist ungewöhnlich. Selbstredend spricht der Mann in eigener Sache, und die besteht vornehmlich aus Umsatz und Rendite. Gerade deshalb aber sind die klaren Worte an den CDU-Senat der selbst ernannten Wirtschaftsfreunde um so bemerkenswerter.
Kommentar
von Sven-Michael Veit
In ihrem ideologisch beschränkten Tunnelblick handelt die Regierung dieses Stadtstaates wider jede Vernunft. Eine Viertelmilliarde Euro für vier Kilometer U-Bahn sind nicht zu rechtfertigen - weder verkehrspolitisch noch volkswirtschaftlich. Doch nicht einmal der sonst so staubtrockene Finanzsenator, dieser Gralshüter des klammen Stadtsäckels, gebietet dieser vorsätzlichen Verschwendung von Steuergeldern Einhalt.
Dabei liegt die Alternative klar auf der Hand. Für den halben Preis - die andere Hälfte käme vom Bund - ist ein modernes Stadtbahnnetz zu bekommen samt Anbindung verkehrstechnisch benachteiligter Stadtteile. Am Ende bliebe gar noch Geld übrig, für Schülerfahrkarten etwa und Sozialtickets.
Sie grenzt inzwischen an Irrwitz, die autofixierte Scheuklappenpolitik der real regierenden Bleifüße in Rathaus, Baubehörde und CDU-Fraktion. In ein paar Jahren wird das Ergebnis zu bestaunen sein: Die U-Bahn in die Hafencity wurde mangels Geld nicht gebaut, und die Steilshooper müssen noch immer in Bussen im Stau stehen.
An Warnungen hat es wahrlich nicht gemangelt.
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