Wenn CDU und Innenbehörde die Benutzungspflicht für Radwege mit der Sicherheit der Radfahrer begründen, dann ist das Heuchelei - nichts anderes. Den Betonköpfen und Autofahrern in Behörden und Parteien - auch der SPD - geht es allein darum, die Radfahrer von der Fahrbahn fern zu halten. Das zeigen die aktuellen Kommentare, das zeigt eine Politik, die illegales Parken auf Radwegen duldet und lieber legalisiert als es zu ahnden. Sollen die Radler doch schieben!
Kommentar
von Gernot Knödler
Warum dürfen Radfahrer nicht selbst entscheiden, ob sie auf der Straße oder auf dem Radweg fahren? Dann würde der schnelle, sportliche Radler im Autoverkehr mitschwimmen, Kinder, Alte und Genießer gondelten über den Radweg. Der rot-grüne Senat hat einen schweren strategischen Fehler gemacht, als er diese Freiheit, die durch die Änderung der Straßenverkehrsordnung möglich würde, in einem Wald aus blauen Schildern erstickte. Danke, SPD!
Das Argument "Sicherheit" ist nur vorgeschoben, denn nach den Ergebnissen der Verkehrsforschung nähme das Unfallrisiko für die schnellen Radler nicht zu. Weil Autofahrer die Pedaleure auf der Fahrbahn besser sehen als hinter Büschen und parkenden Wagen auf dem Radweg versteckt, gäbe es sogar weniger Rechtsabbieger-Unfälle. Doch kommt es den maßgebenden Leuten in dieser Stadt vor allem darauf an, die Bewohnerschaft gemütlicher Vororte presto ins Zentrum kacheln zu lassen.
Gleich, wie es den Anwohnern der Ausfallstraßen und Ringe dabei geht - oder eben Radfahrern.
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