Getreu dem Motto: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast", nahm nach dem Deutschen Lehrerverband (taz berichtete) gestern auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Evaluationsbericht zum Lehrerarbeitszeitmodell auseinander. "Es wurde dort mit ungenauen Parametern und Tricks gearbeitet", erklärte GEWler Hans Voss. Unter anderem seien über 6.000 Schüler vergessen worden.
Die Gutachterfirma "Mummert Consulting" kommt in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass Hamburg 2004 mit durchschnittlich 16,3 Schülern auf einen Lehrer im Bundesvergleich gut dastehe. Dabei ging sie von 217.091 Schülern aus. Tatsächlich gab es laut einer Senatsdruckssache aber 223.190 Schüler. Voss hält die "schlichte Betrachtung" des Schüler-Lehrer-Verhältnisses in der Frage der Lehrerbelastung für nicht aussagekräftig, da etwa an den Gymnasien aufgrund der Schulzeitverkürzung pro Schüler mehr Untericht gegeben werde. In Stellen umgerechnet verschlechtere sich die Schüler-Lehrerrelation auf 1 zu 16,9.
GEW-Chefin Stephanie Odenwald erklärte, das Arbeitszeitmodell sei ähnlich wie der Maulkorberlass eine "Gängelung" der Lehrer. Als Alternative schlug sie ein radikal anderes Modell vor, nach dem es - ähnlich wie in Dänemark und Schweden - künftig eine Obergrenze zwischen 18 und 22 Stunden für den Wochenunterricht geben solle, ohne noch nach Fächern zu unterscheiden. Dies sei allerdings ein "langfristiges Ziel", über das die GEW mit dem Senat verhandeln wolle. Kaija Kutter
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