taz: Herr Husemann, der MDR ist einer von drei Mehrheitsgesellschaftern der Bavaria Film. War der MDR-Rundfunkrat über die Schleichwerbung informiert?
Klaus Husemann: Nein. Was da passiert ist, ist eine ganz große Sauerei und mit den Prinzipien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht vereinbar. Das darf sich auf keinen Fall wiederholen. Hier ist jetzt eine rigorose Aufklärung notwendig, um herauszufinden, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Wie soll diese Aufklärung denn aussehen?
Wir müssen offensiv mit diesem Fehler umgehen. Die Verantwortlichen müssen gefunden und zur Brust genommen werden. Schließlich wollen wir in den Serien künftig keine Schleichwerbung mehr sehen.
Wie soll Schleichwerbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Zukunft verhindert werden?
Der ARD ist ein erheblicher Rufschaden entstanden. Ich denke, dass die Kontrollgremien und die betroffenen Mitarbeiter dadurch sensibilisiert sind und vermehrt darauf achten, dass sich ähnliche Fälle nicht wiederholen. Wir werden dieses Thema auch im Rundfunkrat in Zukunft immer wieder thematisieren. Bei allen Verantwortlichen muss sich das sensible Thema tief einprägen, damit Schleichwerbung künftig keine Chance mehr hat.
INTERVIEW: PHILIPP DUDEK
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