Das Polit-Magazin "Panorama" hat wiederholt zweifelhaftes oder nachweislich gefälschtes Material verwendet, das die Stasi lanciert hatte. Das ist das Ergebnis einer 500 Seiten dicken Studie, in dem der Norddeutsche Rundfunk seine Stasi-Vergangenheit aufarbeiten ließ. Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, bezeichnete das Projekt als vorbildlich, wenngleich sie keine Sensationen entdecken konnte.
Der Studie zufolge hat es in den Jahren 1950 bis 1989 keine systematische Bearbeitung des NDR oder eine Beeinflussung der Sendungen gegeben. In bestimmten Teilen des Senders habe aus Sicht der Stasi aber eine "fruchtbare Atmosphäre" geherrscht, sagte Sandra Pingel-Schliemann, eine der beiden Autorinnen. So sei es der Hauptabteilung Aufklärung im Ministerium für Staatssicherheit der DDR vor allem beim NDR-Magazin "Panorama" gelungen, Journalisten durch Bevorzugung bei Sonderreisen in die DDR oder bei der Teilnahme an internationalen Pressekonferenzen an sich zu binden. "Wenn sie diese Studie lesen, verstehen sie, wie verführbar Journalisten sind", sagte der Journalist und ehemalige "Panorama"-Reporter Hans-Jürgen Börner. Das sei die große Lehre aus dieser Forschungsarbeit. taz
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