Immer mehr Erwerbstätige leisten aufgrund des Drucks in den Betrieben kostenlose Überstunden. Das hat eine Erhebung des ISO-Instituts Dortmund ergeben. Demnach wurden im Jahr 2003 pro Woche und pro Beschäftigten fast eine Überstunde geleistet, die in keiner Form durch Bezahlung oder Freizeit abgegolten wurde. "Überstunden führen faktisch zur Arbeitszeitverlängerung, würde man sie abbauen und in neue Stellen umsetzen, könnten allein in Hamburg rein rechnerisch rund 36.150 neue Jobs entstehen", erklärt Hamburgs DGB-Chef Erhard Pumm. "Auch wenn das nur ein Rechenexempel ist, da sich manche Überstunden nicht vermeiden lassen", bekräftigt Pumm: "Der Abbau von Überstunden würde positive Beschäftigungseffekte erzielen."
Der DGB sei in punkto Überstunden zurzeit auf die wenigen bundesweiten Erhebungen einzelner Institute angewiesen. Um in Hamburg endlich Klarheit darüber zu erhalten, bräuchte man "eine repräsentative Befragung der hier arbeitenden Beschäftigten", fordert Pumm. "Nur mit detailliertem Datenmaterial lässt sich das Problem der unbezahlten Mehrarbeit offen legen und dann in den Griff bekommen." Angesichts der Arbeitslosigkeit in dieser Stadt fordert Pumm den Senat auf, "sich endlich dieser Aufgabe zu stellen". KVA
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