Die Ausstattung der neuen Hamburger Bauhochschule ist ungenügend. Das ist das Ergebnis der gestrigen Expertenanhörung zur "Hafencity-Universität" im Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft. Einhellig monierten die geladenen Professoren, die Zahl von 0,7 wissenschaftlichen Mitarbeitern pro Professorenstelle sei unzureichend. "Damit wird man es schwer haben, in Konkurrenz mit anderen zu forschen", kritisierte Martin Wickel von der Technischen Uni (TU). Mit der "absolut ungenügenden Assistentenausstattung bekommen Sie nicht die Leute für eine kleine, feine Hochschule", warnte auch Gesine Weinmiller von der Kunsthochschule (HfbK).
Die Bau-Uni soll im Januar starten und die Studiengänge Architektur der HfbK und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie Bauingenieurwesen und Geomatik der HAW und die Stadtplanung der TU übernehmen. Der Jahresetat soll rund 13 Millionen Euro betragen. "Wir stehen hinter der Neugründung, haben aber noch Wünsche an die Ausstattung", stützte der Präsident der Bundesingenieurkammer, Karl Schwinn, die Kritik. Von der neuen Uni verspricht sich Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) internationale Strahlkraft für Hamburg und eine hochwertige Ausbildung.
Die Hamburger Architektenkammer hatte schon im August gewarnt, "der vorgelegte Gesetzentwurf liefert in entscheidenden Punkten keine überzeugende Basis dafür". Für die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Uni reichten 45 wissenschaftliche Mitarbeiter und 65 Professoren bei weitem nicht aus, erneuerte Kammergeschäftsführer Ullrich Schwarz gestern die Kritik. Falsch sei auch der Plan des Senats, mehrheitlich Bachelor-Studenten auszubilden. Dieser Abschluss liege unter Fachhochschulniveau: "Das geht an den Anforderungen der Praxis vorbei." Eva Weikert
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