ERFURT ap
Mehr als 5.000 blinde und sehbehinderte Menschen aus ganz Deutschland haben am Wochenende mit einem Marsch durch die Erfurter Innenstadt gegen die geplante Streichung des Blindengeldes in Thüringen demonstriert. Sie trugen Transparente mit der Aufschrift "Wir leben in einer dunklen Welt - Hände weg vom Blindengeld".
Auf der Kundgebung am Samstag vor der Thüringer Staatskanzlei wehrte sich der Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Jürgen Lubnau dagegen, Blinde in die Sozialhilfe abzudrängen. "Dort haben wir nichts zu suchen", sagte Lubnau. Er kritisierte den thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU), der bisher nicht zu Gesprächen bereit gewesen sei. "Herr Althaus, warum sind Sie zu feige, mit uns zu reden?", rief Lubnau. "Wie kann eine christliche Partei es wagen, uns das Blindengeld wegzunehmen?"
In Deutschland leben nach Angaben des Verbands rund 145.000 blinde Menschen. Mit dem Blindengeld, das es seit 40 Jahren gibt, sollen die Betroffenen die Mehrausgaben ausgleichen, die ihnen wegen ihrer Behinderung entstehen. Niedersachsen hat die Zahlung mit Beginn dieses Jahres eingestellt. In Thüringen sollen ab 2006 nur noch Kinder und Jugendliche Blindengeld erhalten.
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