DEN HAAG dpa
Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte frühere Führer der Kosovoalbaner, Ramush Haradinaj, darf sich in seiner Heimat wieder politisch betätigen. Das geht aus einer gestern von dem UN-Tribunal in Den Haag veröffentlichten Entscheidung hervor. Einer der Richter übte scharfe Kritik an diesem Mehrheitsbeschluss. Haradinaj muss seine Aktivitäten laut einer Auflage des Gerichts von der UN-Verwaltung im Kosovo (Unmik) genehmigen lassen. Diese hat dem heute 37-jährigen ehemaligen Guerillaführer stets gute Zeugnisse ausgestellt. Die Anklage beim UN-Tribunal wirft Haradinaj schwere Verbrechen wie Mord, Folter und Vergewaltigung vor - begangen 1998 von der kosovo-albanischen Guerillagruppe UÇK unter seinem Kommando. Im Dezember 2004 war Haradinaj zum Ministerpräsidenten des Kosovo gewählt worden und arbeitete dann eng mit der Unmik zusammen. Er trat zurück, als im März die Anklage gegen ihn veröffentlicht wurde, und stellte sich dem Tribunal. In Den Haag bezeichnete sich Haradinaj als unschuldig.
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