• 01.11.2005

die anderen aus frankreich über gewalt in paris

Zu den Unruhen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois schreibt L'Union aus Reims: Die Zusammenstöße in Clichy-sous-Bois zeigen, dass unsere Regierenden chronisch unfähig sind, die explosive Stimmung in den Vorstädten unter Kontrolle zu bringen. Die Vorstädte werden eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sein - und wenn es zu einer schweren sozialen Explosion kommen sollte, dann dort. Weil wir es nicht geschafft haben werden, das Problem zu lösen. Weil die Fanatiker, die mit religiösem Hass Handel treiben, dort das Feuer angefacht haben werden. Weil der Beton letztlich die Landschaft aufgefressen haben wird.

Die Pariser Libération meint dazu: Die gewaltbereiten Jugendliche greifen Feuerwehrleute und Postbeamte an, also diejenigen, die den Staat vertreten, so bescheiden sie auch sein mögen. Dies zwingt die Frage auf: Wie viele schwarze Feuerwehrleute und nordafrikanische Postbeamte brauchen wir? Innenminister Sarkozy hat eine positive Diskriminierung zugunsten benachteiligter sozialer Schichten vorgeschlagen. Gegenwärtig erscheint dies nur als Dekoration angesichts zu vieler negativer Diskriminierungen. Voraussetzung einer positiven Entwicklung sind ordnungspolitische Maßnahmen, und davon ist der Innenminister noch weit entfernt.

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