Die Besetzer des Künstlerhauses Bethanien sollen geräumt werden. Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Cornelia Reinauer (PDS) hat gestern einen entsprechenden Brief verfasst und die Ordnungskräfte zur Räumung angewiesen. Die Verhandlungen seien gescheitert, hieß es zur Begründung aus dem Bezirksamt.
Die Besetzer stammen aus dem links-alternativen Wohn- und Sozialprojekt Yorckstraße 59. Anfang Juni wurden sie auf Antrag des Hauseigentümers geräumt. Daraufhin nahm ein Teil der ehemaligen Bewohner den leer stehenden Seitenflügel des Bethanien in Beschlag. Reinauer begann Verhandlungen, wollte den Besetzern jedoch nur eine Nutzungsvereinbarung bis März 2006 zugestehen, weil sie die Räume einem Sportprojekt versprochen hatte. Die Verhandlungen scheiterten. Nach Aussage von Reinauer waren die Besetzer nicht zum Verhandlungstermin erschienen. Die Besetzer bestreiten das.
Daraufhin schlossen sie sich mit anderen Nutzern des Gebäudes zur "Initiative Zukunft Bethanien" zusammen und starteten ein Bürgerbegehren. Auf diesem Weg wollten sie den vom Bezirk angestrebten Verkauf des Bethanien verhindern und das Haus als "kulturelles, politisches und soziales Zentrum von unten" erhalten. Reinauer versicherte, dass für die Zeit des Bürgerbegehrens die Verkaufsverhandlungen ausgesetzt werden. An der Räumung der Ex-Yorckis wollte sie jedoch festhalten.
Die Verhandlungen zwischen dem Liegenschaftsfonds und dem anderen Teil der Ex-Yorckis sollen jedoch weitergehen. Diese planen den Kauf einer ehemaligen Schule in Friedrichshain.
FELIX LEE
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