• 19.11.2005

Kirche nicht unschuldig

EKD-Studie: bis zu 15.000 NS-Zwangsarbeiter in Kirchen

BERLIN dpa Die beiden großen Kirchen haben in der NS-Zeit nach Schätzungen von Historikern bis zu 15.000 Zwangsarbeiter beschäftigt. Dabei war der Anteil der evangelischen und der katholischen Kirche etwa gleich groß, sagte der Kirchenhistoriker Jochen-Christoph Kaiser gestern. Er ist Herausgeber der Studie "Zwangsarbeit in Kirche und Diakonie 1939-1945". Darin sind die Ergebnisse fünfjähriger Forschungen zusammengefasst, die von der Kirche und der Diakonie in Auftrag gegeben wurden.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Präsident des Diakonischen Werkes, Jürgen Gohde, betonen in ihrem Geleitwort, die Studie zeige, "dass Zwangsarbeit nicht nur in der Diakonie, sondern auch im Bereich einer Landeskirche erhebliche Ausmaße annehmen konnte". Indem evangelische Einrichtungen am nationalsozialistischem System der Zwangsarbeit teilgenommen und davon profitiert hätten, seien sie mitschuldig geworden.

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!

die tageszeitung - das Archiv

Nachdruckrechte

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.

Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.

Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.

Suchbegriff