"Wird sie geköpft?", titelte die Bild gestern zur Entführung der deutschen Archäologin Susanne Osthoff in Irak. Wir stellen uns vor, wie die Bild-Redakteure diese Schlagzeile mit Bedacht ausgewählt haben und ganz bewusst aus Rücksicht auf die Angehörigen von Osthoff - ihre Mutter und ihre Tochter werden schließlich mit Fotos auf der Seite 2 abgebildet - auf folgende Vorschläge verzichtet haben:
"Wird sie brutal geköpft?"
"Wird sie nackt geköpft?"
"Wird die schöne Archäologin geköpft?"
"Wird die mutige Archäologin geköpft?"
"Enthauptungs-Wut! Erst entführen sie uns, jetzt werden wir auch noch geköpft!"
"Kopf-ab-Schock!"
Es ist einfach nur widerlich.
Vor anderthalb Jahren druckte die Bild übrigens als einzige Zeitung Fotos der enthaupteten US-amerikanischen Geisel Nicholas Berg ab. Der Presserat sprach eine öffentliche Rüge aus und wies außerdem daraufhin, dass sich Bild mit der Veröffentlichung zu Komplizen der Mörder mache, da diese "den Mord gezielt begingen, um mit den Aufnahmen davon Angst zu schüren und Propaganda für ihre Ziele zu machen". Wenn es der Sensationsheische dient, dann schreckt Bild anscheinend immer noch nicht davor zurück, der Logik von Terroristen zu folgen. HPI
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