Die Verbesserung des Verkehrsflusses hat der Senat in seiner Regierungserklärung zum vorrangigen Ziel erklärt. Dass dies nicht selten auf Kosten von Fußgängern und Radfahrern geschieht, zeigt das Pilotprojekt von 13 "adaptiven Ampelschaltungen" an Kreuzungen im Bereich Habichtstraße. Unmotorisierte Verkehrsteilnehmer haben dort keine automatischen Grünzeiten mehr, sondern müssen gerade mal sieben Sekunden lange Phasen per Knopfdruck anfordern. Zu Hauptverkehrszeiten haben PKW oft zwei Grünphasen, bevor Fußgänger zum Zug kommen.
Gegen diese "Bettelampeln" sammelte Reinhardt Silbermann von der Bürgerinitiative Ring 2 gestern an der Kreuzung Habichtstraße/Bramfelder Straße Unterschriften: "Die wachsende Stadt fördert den Autoverkehr mit allen Mitteln", sagte er. "Leidtragende sind unter anderem alte Menschen, die wegen der kurzen Grünphasen ungeschützt auf der Verkehrsinsel warten müssen." Olaf Koch von der Stadtentwicklungsbehörde verteidigt das 2,4 Millionen Euro teure Projekt, mit dem optimaler Verkehrsfluss gewährleistet werden soll. Es verhindere die morgendlichen Rückstaus und verringere Schadstoffemission und die Lärmentwicklung.
Selbst aus den Reihen des ADAC indes wird Kritik laut: Als unnötige Behinderung für Fußgänger und Radfahrer, die das an sich gute System in Verruf bringe, bezeichnete Arno Reglitzky vom ADAC Hansa die Ampelschaltung an der betreffenden Kreuzung. Der Druckknopf sei "hier überflüssig, weil an dieser Kreuzung immer Verkehr ist". Da finde er "eine Gleichschaltung sinnvoller". mad
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