Es ist ein Bild wie aus einem Science-Fiction-Film. Mitten im vollständig skelettierten Palast der Republik steht eine einzelne weiße Kammer: 36 mal 27 mal 10 Meter groß. Ein Überbleibsel der "Fraktale"-Ausstellung, die im Herbst stattfand. Nun wird dieser "white cube" noch einmal zur kulturellen Gefechtsstation vor dem Abriss: Vom 23. bis zum 31. Dezember stellen hier 26 Künstler und acht Künstlerinnen aus, die in Berlin leben. Die international recht vorzeigbare Liste reicht von Franz Ackermann über Monica Bonvicini und Thomas Demand bis hin zu Thomas Scheibitz oder Rirkrit Tiravanija. Auf die Idee zu dem wohl doch finalen Zwischennutzungsfinale sind Lisa Junghanß und Coco Kühn gekommen, danach wurden befreundete Kollegen angemailt, das Projekt entwickelte sich quasi im Schneeballsystem. Auch für diesen Akt der Selbstorganisation gibt es Gründe: Obwohl Berlin den Ruf einer modernen und hippen Kunstmetropole hat, fehlt eine Halle für zeitgenössische Kunst. Wäre der Palast dafür nicht der ideale Ort, nach Art des Pariser Centre Pompidou? So schafft die Kunst ein letztes Mal Aufmerksamkeit für den Mangel und zeigt zugleich aber auch: Der Palast ist das Kunstwerk. hf FOTO: COCO KÜHN
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