Bremen epd
Das Staatsarchiv hat eine Datenbank aufgebaut, die erstmals alle verfügbaren Informationen zu den rassisch verfolgten Juden in Bremen zusammenfasst. In fünf Jahren seien knapp 4.000 Datensätze gesammelt worden, sagte Archivpädagoge Günther Rohdenburg. Die Recherchen gäben ebenfalls zum ersten Mal Auskunft über alle Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus Bremen.
In den zurückliegenden Jahren haben nach Angaben des 59-jährigen Experten vor allem die Deportationen von Bremer Juden im November 1941 in das Ghetto von Minsk Spuren im öffentlichen Gedenken hinterlassen. Weithin unbekannt sei hingegen, dass es bereits 1938 Deportationen gegeben habe und vor allem 1942 und 1945 Juden nach Theresienstadt verschleppt worden seien. Das Staatsarchiv habe nun alle von einer Deportation betroffenen Menschen jüdischer Abstammung wissenschaftlich fundiert mit Grunddaten vollständig dokumentiert.
Die Datenbank der Deportierten listet derzeit 858 Namen auf, von denen 442 nach Minsk verschleppt wurden. 227 Spuren führen nach Theresienstadt. "Zu den Deportationen nach Theresienstadt sind wenig Unterlagen vorhanden", sagte Rohdenburg.
Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.
Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.
Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.