BERLIN/WITTSTOCK epd
Eine politische Lösung im Streit um das in Nordbrandenburg geplante "Bombodrom" ist in weite Ferne gerückt. Die Bemühungen, das Verteidigungsministerium zum Verzicht auf die Militärpläne zu bewegen, seien gescheitert, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) gestern. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte zuvor erklärt, ein Kompromiss sei in der Frage der militärischen Nutzung der 142 Quadratkilometer großen Kyritz-Ruppiner Heide nicht möglich. Die Nutzung sei auch aufgrund militärischer Verpflichtungen der Bundeswehr notwendig. Eine Beeinträchtigung von Anwohnern und Touristen sei durch angekündigte Betriebseinschränkungen unter anderem an Wochenenden und in Ferienzeiten nicht gegeben. Wöchentlich seien 25 Flugstunden über dem Gelände vorgesehen. In der Region seien zudem durch die Stationierung von 800 Soldaten und 150 zivilen Mitarbeitern 65 Millionen Euro Investitionen der Bundeswehr geplant. Durch die notwendige, rund 250 Millionen Euro teure Sanierung von Altlasten der sowjetischen Nutzung würden für 15 Jahre 400 weitere Arbeitsplätze entstehen. Ringstorff kündigte an, die Klage des Bundeslandes gegen die Militärpläne aufrechtzuerhalten. SPD-Chef Matthias Platzeck fordert die Bürgerinitiative "Freie Heide" auf, weiter gegen die Pläne vorzugehen.
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