Fragt man den ein oder anderen Brandenburger nach Sven Petke, ist die Antwort nicht selten ein Augenrollen. "Sven Petke? Ist das nicht der, der …?"
Genau dieser ist Sven Petke, das Enfant Terrible der märkischen Union. Bestens bekannt ist er zum Beispiel dem brandenburgischen Bildungsminister Holger Rupprecht (CDU). Der hat gegen den Generalsekretär der brandenburgischen CDU sogar schon Strafanzeige erstattet. Der Grund: Petke soll einen Schulleiter einen "kleinen verschissenen Beamten" genannt haben.
Nun hat Petke seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht. In einem Zeitungsinterview antwortete er auf die Frage nach dem Wortlaut der deutschen Nationalhymne mit "Deutschland, Deutschland über alles".
Während sich der Koalitionspartner noch zurückhält, haben die Grünen bereits reagiert. Er könne sich kaum vorstellen, dass hinter Petkes Patzer nicht Methode stecke, meinte Grünen-Chef Axel Vogel.
Der Mann hat Recht - und zugleich auch nicht. Schließlich ist Petke nicht nur der Populist der brandenburgischen CDU, sondern auch ihr Ritter der tragischen Gestalt. Sein Enfant-Terrible-Sein kostete Petke immerhin schon eine mögliche Nachfolge für den CDU-Landesvorsitzenden Jörg Schönbohm.
Traurig auch, dass Petke populistisch Wasser predigt und privat lieber Wein trinkt. Lange nämlich lebte Petke, der Mann für Recht und Ordnung, in wilder Ehe - mit der CDU Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche. wera
Das Archiv der taz enthält die meisten seit 1986 gedruckten Texte sowie die Artikel der deutschsprachigen Le Monde diplomatique seit 1995.

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.
Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.
Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.