Kurz vor dem ohnehin bereits verspäteten Beginn der Spargelernte hat sich am Dienstag bei den Medien eine bis dato unbekannte Organisation mit dem Namen "Islamistische Gemüsefront" gemeldet und den völligen Verzicht auf Spargel gefordert. Wie es in dem auch der taz vorliegenden Schreiben heißt, sei das Edelgemüse "nicht im Einklang mit den Lehren des Koran". Deshalb werde die "Islamistische Gemüsefront" alles unternehmen, um die "phallischen, sexistischen und erregend weißen Stangen von den christlichen Esstischen zu fegen". Was die "Islamistische Gemüsefront" genau plant, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Die Behörden allerdings haben sofort Maßnahmen ergriffen, um Spargelfelder und -bauern zu schützen, wie es in Berlin hieß. Nachfragen bei gemäßigten Muftis ergaben, dass der Koran keineswegs den Genuss von Spargel verbiete. Allerdings solle der Spargelesser das feine Gemüse in der Öffentlichkeit nicht zu lustvoll in sich hineinsaugen. Den Spargel jedoch in Hollandaise zu ertränken, verbiete sowohl der Koran als auch die Bibel, versicherten Religionsgelehrte.
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