BISCHKEK afp
Der wegen seiner Amtsführung kritisierte kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew gerät immer stärker unter Druck. Gestern trat nach einem Misstrauensvotum des Parlaments die gesamte Regierung zurück, wie Vizeministerpräsident Atachan Madumarow mitteilte. Allerdings bleibe das Kabinett vorerst im Amt, da Bakijew diese Entscheidung nicht akzeptiere. Am Montag hatten bei einer Großkundgebung in der Hauptstadt Bischkek 10.000 Demonstranten Bakijews Rücktritt verlangt. Die Opposition forderte den Staatschef und seinen Premier Felix Kulow ultimativ auf, die von ihnen versprochenen Reformen innerhalb eines Monats umzusetzen. Andernfalls werde die Opposition erneut demonstrieren und den Rücktritt der gesamten Exekutive verlangen. Bakijew war im März 2005 nach dem Sturz seines Vorgängers Askar Akajew an die Macht gekommen. Viele Kirgisen sind tief enttäuscht, weil in ihren Augen auch die neue Regierung keinen wirtschaftlichen Fortschritt gebracht hat. Zudem ist die Lage im Land instabil: In einem Jahr wurden drei Abgeordnete ermordet.
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