• 13.05.2006

lateinamerikaner zum eu-lateinamerika-gipfel

El País aus der uruguayischen Hauptstadt Montevideo kommentiert: Selten in seiner Geschichte hat sich Lateinamerika so uneinig präsentiert wie bei dem gerade laufenden Gipfel mit der EU in Wien. Darum wird es schwierig werden, gemeinsame Positionen bei den Themen zu finden, die auf der Tagesordnung stehen. Die Länder, Blöcke und Gruppen, die auf unserer Seite des Atlantiks miteinander konkurrieren, haben vollkommen unterschiedliche Strukturen. Vor allem aber sind sie von starkem Misstrauen gegenüber ihren jeweiligen Nachbarn geprägt, während die Europäische Union geeint auftritt und auf eine Antwort wartet, wie es weitergehen soll.

La Tercera aus Santiago de Chile meint: Es fehlt an Integrationsmodellen und Institutionen, die dafür sorgen, dass Lateinamerika in seinen Beziehungen mit der Europäischen Union mit einer Stimme spricht. Unser Kontinent ist höchst komplex und heterogen. Viele seiner Staaten haben Probleme, dem internationalen wirtschaftlichen Konkurrenzdruck standzuhalten oder mit ihren Strukturen überhaupt regierbar zu sein. Um aus der wirtschaftlichen Stagnation herauszukommen und etwas zum Verteilen zu haben, benötigen wir Wachstum. Und dafür brauchen wir Lateinamerikaner eine Kooperation, wie sie uns einzig das vereinte Europa bietet.

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