MADRID/ROM epd/dpa
Der spanische Seerettungsdienst hat erneut ein Flüchtlingsboot mit mehreren Toten vor den Kanarischen Inseln aufgegriffen. Vier Menschen hätten die Überfahrt auf dem Kutter, der 100 Meilen vor Teneriffa in Seenot geraten sei, nicht überlebt, berichtete gestern der spanische Rundfunk. Insgesamt seien 30 Flüchtlinge an Bord gewesen. Ein zweites Boot mit 82 Menschen wurde den Angaben zufolge 160 Meilen vor den Kanaren gesichtet. 2006 sind bislang mehr als 12.700 Flüchtlinge von Afrika aus zu den Kanaren gelangt. Dabei starben insgesamt 15 Migranten. Unterdessen meldeten Italiens Behörden eine Überfüllung des Flüchtlingslagers auf der Mittelmeerinsel Lampedusa. Innerhalb weniger Stunden seien elf Kutter mit mehreren hundert Migranten dort gelandet. Italiens Innenministerium bat die EU um Unterstützung. Die EU-Kommission müsse sich für internationale Patrouillen im Mittelmeer einsetzen und von Libyen verstärkte Kontrollen seiner Häfen fordern. Deutschland sagte Italien Hilfe zu. Zunächst würden zwei Polizeiexperten nach Lampedusa geschickt. Ihnen sollen dutzende weitere Beamte folgen.
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