taz: Was haben Sie gegen das Museum Weserburg?
Hannes Malte Mahler, Künstler: Nichts, um Gottes Willen. Wir lieben es.
Warum bauen Sie denn dann dort zwei Kofferbomben?
Wir bauen Bomben aus dem Material, das auf den Einkaufslisten aufgeführt ist. Zwei skulpturale Gebilde, nennen wir es Kofferbomben, das wird auch innerhalb eines Koffers stattfinden. Thema ist die ansonsten geheime und hermetische handwerkliche Arbeit.
Explodieren die Bomben?
Natürlich nicht, weil das Baumaterial von dieser Einkaufsliste stammt, also Mischbrot, Joghurt und Olivenöl.
Welche Einkaufsliste?
In einem dieser beiden Koffer wurde doch eine Einkaufsliste gefunden.
Was braucht man für echte Bomben denn noch außer Mischbrot und Oliven?
Das Gespenstische an der Live-Vorlage ist ja, dass da bestimmte Dinge gefunden wurden, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Die Speisestärke hat dann ja auf die libanesische Spur der Baumeister geführt.
Machen Sie sich lustig über die Situation?
Überhaupt nicht. Die Banalität der Einkaufsliste reflektiert die Menschlichkeit des Konstrukteurs und die Unmenschlichkeit der Bombe. Wobei Kunst immer die Deutung dem Betrachter überlässt.
Fragen: kawe
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