Dem Mann bleibt auch nichts erspart. Seit 2000 kämpft Christoph Tannert als Geschäftsführer des Künstlerhauses Bethanien am Mariannenplatz darum, die grundverschiedensten Mietparteien in seinem Riesengebäude in den Griff zu kriegen. Dazu muss er sich gegen immer neue Privatisierungsbestrebungen von außen wehren und sich schon mal mit CDU-Politikern und der Boulevardpresse herumschlagen, die Ärger wegen einer angeblich pädophilenfreundlichen Ausstellung machten.
Jetzt hat die Gesellschaftsversammlung Tannert für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Die Gesellschafter, bestehend aus Akademie der Künste, dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) und dem Berliner Künstlerprogramm, sprachen ihm ihren "ausdrücklichen Dank für die bisherige erfolgreiche Arbeit" aus. Und äußerten gleichzeitig die Hoffnung, dass es Tannert gelingen werde, angesichts der "derzeit alles andere als optimalen Rahmenbedingungen" das hohe künstlerische Niveau des Hauses aufrecht zu erhalten.
Jetzt wo die Danksager weg sind, ist Tannert wieder allein in seinem Riesenreich und muss weitere fünf Jahre mit allen auskommen, die darin leben. Auch mit den aus der Yorckstraße 59 vertriebenen Hausbesetzern, die sich seit letzten Juni im Südflügel einquartiert haben und keine Anstalten machen, wieder zu gehen. Vielleicht hätte man Tannert für die neue Amtszeit ein Haikostüm schenken sollen. Brauchen könnte er es. api FOTO: FOTOFEST
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