BERLIN epd
Experten haben auf dem zwölften Kongress "Armut und Gesundheit" erneut scharfe Kritik an der geplanten Gesundheitsreform geäußert. Die von der schwarz-roten Koalition verabredete Neuregelung verschärfe weiter die Entwicklung der Ungleichheit im Gesundheitswesen, sagte der Leiter der Forschungsgruppe Public Health des Wissenschaftszentrums Berlin, Rolf Rosenbrock, gestern in Berlin. Zugleich forderten die rund 1.800 Tagungsteilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Praxis mehr gebündelte Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit von benachteiligten Menschen. Das vergleichsweise hohe Krankheitsrisiko armer Menschen könne nicht allein durch mehr medizinische Versorgung, sondern nur durch geeignete Vorsorge verringert werden, betonte Rosenbrock. Die Gesundheitsreform mache es den Krankenkassen schwerer, die nötigen Mittel für die Gesundheitsförderung von benachteiligten Menschen zur Verfügung zu stellen, hieß es.
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