In ihrer morgigen Ausgabe wird die Braunschweiger Zeitung ihre Leser mit einer Gegendarstellung erfreuen. Kern des Textes, auf den sich gestern Vertreter der Zeitung und des Volkswagen-Konzerns vor dem Landgericht Braunschweig einigten: Derzeitige Betriebsräte von Europas größtem Autobauer haben nie Bonusleistungen in sechsstelliger Höhe erhalten. Die Betonung liegt auf "derzeitige" - was früher war, darüber hat die Braunschweiger Zeitung zuletzt häufig berichtet. Die Gegendarstellung ist Teil eines Vergleichs, zu dem sich beide Seiten gestern nicht äußerten. Volkswagen hatte zunächst eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitung erzwingen wollen. Es ging um eine Geschichte vom 8. Dezember mit dem Titel "VW: Wofür kassieren einige Betriebsräte?" Auch aktuell erkaufe sich der Konzern das "Wohlwollen" von Arbeitnehmervertretern mit Bonusleistungen, zitierte die Zeitung schon in der Unterzeile einen "Experten", den Arbeitsrechtler Henning Wüst. Eine schöne Geschichte, die den seit weit über einem Jahr tobenden "VW-Skandal" ein schönes Stück weiter drehte. Wegen bereits gezahlter "Boni" in Millionenhöhe muss sich in wenigen Wochen der ehemalige VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz vor Gericht verantworten, gegen weitere zwölf Beschuldigte ermittelt die Staatsanwaltschaft. "Durch den Text wurde suggeriert, dass VW-Betriebsräte weiter Zahlungen in sechsstelliger Höhe erhalten", erklärt Gerichtssprecher Rico Gille. KSC
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