Aktivisten von Robin Wood und Grüner Liga Brandenburg besetzten gestern früh nach eigenen Angaben vier Alleebäume in Rüdnitz nordöstlich von Berlin. Die Umweltschützer wollen damit gegen die geplante Rodung "einer der schönsten und weitgehend intakten Ahornalleen im Land Brandenburg" protestieren. Sie fordern den Erhalt der 726 Alleebäume entlang der knapp fünf Kilometer langen Kreisstraße K 6005. Die Aktion soll laut Robin Wood unbefristet sein.
Der Landkreis Barnim will die Straßenverbindung zwischen Rüdnitz, Danewitz und der Landesstraße L 29 auf 5,50 Meter verbreitern. "Dies würde einen erheblichen Eingriff in den Natur- und Landschaftshaushalt bedeuten", teilte Robin Wood gestern mit. "Wenn diese Allee zerstört werden sollte, droht das ,Barnimer Modell' allerorten Schule zu machen." Das Verschwinden weiterer Alleen sei in diesem Fall programmiert.
Robin Wood wirft dem Landkreis vor, 2,5 Millionen Euro "für diese vergleichsweise gering frequentierte Straße ohne Rücksicht auf bestehende Naturschutzgesetze" zu verbauen. Dabei gebe es kostengünstigere Planungsalternativen für die Sanierung der Straße bei gleichzeitigem Erhalt der Bäume. Laut Robin Wood liegt der Kreisverwaltung seit mehr als sechs Wochen ein entsprechendes Gutachten des Planungsbüros Ditmar Hunger vor.
In einer Unterschriftenaktion fordern 1.200 Bürger aus der Region von der Kreisverwaltung Barnim, die Straße ohne Fällung der Bäume zu sanieren. Laut der Umweltschutzorganisation stimmten 82 Prozent der Befragten für den Erhalt der Allee. Die Grüne Liga Brandenburg hat vor kurzem vor Gericht vorbeugenden Rechtsschutz gegen die vom Landkreis erteilte Fällgenehmigung beantragt.
Bereits Mitte Dezember 2006 hatte eine Forstwirtin einen Baum in der betroffenen Allee besetzt. Der Barnimer Grünen-Kreisverband kritisierte die örtliche Kreisverwaltung. Sie habe sich der "Unflexibilität des Strukturentwicklungsamtes gebeugt". MLO
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