Nein, sagt der CDU-Spitzenkandidat Thomas Röwekamp, es habe gar nichts mit Wahlkampf zu tun, wenn seine Partei sich dieser Tage mit schöner Regelmäßigkeit der Kinder annehme. Zugleich straft sie sich selbst Lügen und zieht in Bremen plakativ zu Felde: Der grinsende CDU-Bürgermeister und Spitzenkandidat auf einem Holzpferd, neben drei glücklichen Kindern.
Kommentar von Jan Zier
Vermutlich haben diese drei Kinder gut Lachen im Leben, und vermutlich hat keines von ihnen einen Migrationshintergrund. Vermutlich gehören sie also gerade nicht zu jenen, deretwegen Bremen auch in der aktuellen Kinder-Studie der Unicef so desaströs abgeschnitten hat. Und die jene Sozial- und Bildungspolitik, die Röwekamp in diesen Tagen beständig anmahnt, so dringend nötig hätten.
Aber die CDU regiert in der Stadt schon seit zwölf Jahren mit. Die ExpertInnen, die sich selbst eingeladen hatte, stellten Röwekamp gestern ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Den Hinweis auf die böse SPD ließen die Fachleute nicht gelten. Und ihre Forderung nach mehr und besser ausgebildeten ErzieherInnen etwa hat die CDU geflissentlich überhört. Röwekamp wird vor allem seiner eigenen Partei noch einiges erklären müssen, wenn er sich glaubwürdig auf ein Kinderpferd setzen will.
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